Die HORSCH Stiftung

2006 entschieden wir uns aus tiefster Überzeugung für die Gründung einer Stiftung unter dem Vorsitz von Dankwart Horsch. Der Stiftungszweck sind Investitionen in wirtschaftliche Projekte zur Überwindung von Armut auf der Basis und im Geiste der Organisation MEDA (Mennonite Economic  Development Associates, www.meda.org) sowie regionale Initiativen an unseren Standorten Schwandorf und Ronneburg.

MEDA ist ein Zusammenschluss von Christen, die sich biblischen Werten auch im Geschäftsleben verpflichtet wissen. Sie teilen Ihren Glauben und stellen ihre Fähigkeiten  und Mittel zur Verfügung, um menschlichen Bedürfnissen durch wirtschaftliche Entwicklung zu begegnen.

Auch Institutionen und Hilfsorganisationen der menonitischen Kirche – einer evangelischen Freikirche, die aus der Täuferbewegung des 16. Jahrhunderts hervorgegangen ist – werden von der HORSCH-Stiftung unterstützt.

Dabei ist es unser Ziel, Organisationen regelmäßig über Jahre hinweg zu begleiten und nachhaltig zu unterstützen. Wir nehmen konkret Anteil an einzelnen Projekten, besuchen sie oder bringen uns selbst aktiv dabei ein.

 

Projekt Nicaragua

Die Gesellschaft in Nicaragua kämpft gegen sehr hohe Arbeitslosigkeit und einen riesigen Schuldenberg, was zu wirtschaftlicher Instabilität und weit verbreiteter Armut geführt hat. Viele Familien haben nicht genügend zu essen, die Grundbedürfnisse des täglichen Lebens können oft nicht gedeckt werden.

Vor allem die Frauen tragen die schwerste Last, da der Anteil von alleinstehenden Frauen in Nicaragua enorm ist. So findet sich eine alleinerziehende Mutter oft in einem Teufelskreis wieder, in dem sie versucht, Essen und Geld aufzutreiben, um ihre Kinder zu versorgen, jedoch ohne Hoffnung darauf, wirklich genug Geld zu verdienen, um den Kreis der Armut zu durchbrechen.

Die HORSCH Stiftung unterstützt die Mikrofinanzorganisation „MI Credito“, ein MEDA-Projekt in Nicaragua. Durch Kleinkredite bekommen Frauen die Chance, dringend benötigte Produkte zu erzeugen und Dienstleistungen anzubieten und so mehr Einkommen zu erwirtschaften. Oft entstehen neue kleine Unternehmen, die zusätzliche Arbeitsplätze schaffen.

Durch die Absicherung der Darlehen, die in der Vergangenheit niemals möglich war, stärkt MEDA das Selbstbewusstsein und die Zuversicht der Unternehmer / innen. Der zuständige Kreditsachbearbeiter, Junior Bolanos, begrüßt seine Kunden mit den Worten: „Wir glauben an den Geist der Kleinstunternehmen. Wir glauben an deren Fähigkeit, Herausforderungen und Anstrengungen zu bewältigen.“

 

Projekt Ukraine

Aus Anlass des 25-jährigen Firmenjubiläums unterstützt die HORSCH-Stiftung das MEDA-Projekt SUPPER (Southeast Ukraine Planting for Prosperity and Economic Rejuvenation) in der Ukraine.

Trotz hervorragender Böden und günstigem Klima ist landwirtschaftlich gesehen die Ukraine mit ihren klein strukturierten Gemischtbetrieben eine echte Herausforderung. Die Kleinbauern schlagen sich mühsam mit kleinen Landparzellen durch. Sie sind bereit, hart zu arbeiten, um etwas Wohlstand zu erwirtschaften, aber ihr Weg zum Erfolg ist voller Hindernisse. Der derzeitige Übergang der Ukraine zur freien Marktwirtschaft könnte die Einkommen erhöhen, den Inlandsverbrauch steigern, ebenso die regionalen Exporte von hochwertigen landwirtschaftlichen Produkten, wie zum Beispiel Tafeltrauben, Gewächshaustomaten und -gurken, die hervorragend für den Anbau in Kleinbetrieben geeignet sind. Allerdings sind nur wenige Kleinbauern in der Lage, einen Vorteil aus diesen neuen Absatzmöglichkeiten zu ziehen.

 

Das Engagement von MEDA

MEDA (Mennonite Economic Development Associates) hat es sich zur Aufgabe gemacht mitzuhelfen, dass die historische Kornkammer Europas zu ihrer früheren Bedeutung zurückfindet. Das MEDA Projekt SUPPER (Southeast Ukraine Planting for Prosperity and Economic Rejuvenation, das Südost-Ukraine Projekt zur Erneuerung von Wohlstand und Wirtschaft), das im Rahmen des Ukraine Horticulture Development Project (UHDP, Entwicklungsprojekt für Gartenbau in der Ukraine) läuft, unterstützt 5.000 Kleinbauern und Agribusiness-Betriebe in Crimea und Zaporiska. Gemeinsam mit Partnern vor Ort, nämlich der Vereinigung von Landwirten, dem Verband der ukrainischen Landfrauen und der staatlichen agrartechnischen Universität von Tavria, arbeitet SUPPER eng mit Informations- und Techniklieferanten, Lagermöglichkeiten und Finanzinstituten zusammen, um besser auf die Bedürfnisse der Kleinbauern eingehen zu können.

Durch Kapital und Schulungen können kleine, arbeitsintensive Betriebe modernere Technologien einführen, die Produktivität erhöhen und gewinnbringende, qualitativ hochwertige Gewächshauskulturen und Tafeltrauben an Märkte liefern, auf denen sie einen Wettbewerbsvorteil haben. Das MEDA Projekt versorgt die Landwirte mit den Informationen, Schulungen und Technologien, die sie brauchen, um so produktiv wie möglich zu arbeiten. Die Landwirte haben Zugang zu einem Informationsnetzwerk, bestehend aus Seminaren, Onlinediensten, einem monatlichen Newsletter und einer Beratungshotline. Für gezielte Fachfragen stehen Experten zur Verfügung. Öffentliche Feldtage auf Musterbetrieben, die stets großen Zulauf haben, bieten vor Ort die Gelegenheit zu lernen und auch neuen Landwirten den Beitritt schmackhaft zu machen. Es ist auch geplant, Mobiltelefon-Technologien (SMS) zu testen und regelmäßig Preisinformationen in den Lokalzeitungen zu veröffentlichen. Agro Capital Management Limited, eine neugegründete MEDA-eigene Firma in der Ukraine, liefert die nötigen innovativen Finanzlösungen und bietet Finanzierungs- und Leasingdienstleistungen für landwirtschaftliche Geräte an, wo den Landwirten die klassischen Finanzdienstleistungen versagt bleiben. SUPPER baut auch ein Netzwerkvon Musterbetrieben auf, das als Bindeglied zwischen den Kleinbauern dient. Die Musterlandwirte erhalten zusätzliche Schulungen und Hilfsmittel und sind dann als eine Art Gruppenbetreuer tätig.

Das Fünf-Jahres-Projekt mit einem Budget von zehn Millionen US-Dollarwurde im April 2008 ins Leben gerufen. Die größte Unterstützung kommt dabeivon der Internationalen kanadischen Entwicklungsgesellschaft (Canadian International Development Agency = CIDA).

Die konkreten Ziele sind:

5.000 kleinbäuerliche Betriebe werden ihr Einkommen erhöhen durch die Entwicklung von intensiven, hochwertigen Kulturen, die zu höheren Gewinnspannen verkauft werden können.

Schaffung einer zukunftsfähigen Wertschöpfungskette von Lieferanten, Landwirten, Vermarktungsbetrieben und Organisationen.