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Der gesunde Boden – das Kapital des Ackerbauern

In unserer ersten HORSCH Live Talkrunde haben wir uns mit Extremwetterereignissen und deren Auswirkungen auf die Landwirtschaft beschäftigt. Dabei wurde deutlich, dass Anpassungen für eine sichere Pflanzenproduktion in Zukunft gesucht sind. Sind ausgeglichene Böden ein Schlüssel dafür? Schließlich stellt der Boden die Grundlage für ein gesundes Pflanzenwachstum dar.

Im Rahmen von HORSCH Live wollen wir das System Boden beleuchten, verschiedene Zusammenhänge darstellen und Stellschrauben ausarbeiten. Der Blogartikel liefert einen ersten Überblick.
 

1. Zwischenfrüchte

Als erste Komponente sehen wir uns Zwischenfrüchte zur Verbesserung der Bodenstruktur an.

Es ist nichts Neues, dass der Zwischenfruchtanbau nicht nur aufgrund von Greeningmaßnahmen und Gesetzgebungen in Betracht gezogen werden sollte. Denn abgesehen davon ist er ein attraktives Werkzeug, um z.B. die Bodenstruktur zu verbessern oder das Bodenleben zu fördern - um hier nur einige Vorteile zu nennen.

Für einen erfolgreichen Zwischenfruchtanbau gibt es jedoch einiges zu beachten. Welche Zwischenfrüchte wann und wie am besten zum Einsatz kommen, erklärt uns Christoph Amslinger von der Hanse Agro GmbH. Er geht auch auf den Zwischenfruchtanbau auf Trockenstandorten und die damit verbundene effektive Bekämpfung zur Wassereinsparung ein.

Vortrag von Christoph Amslinger bei HORSCH LIVE 2022:

Zwischenfrüchte - Erfolgreicher Anbau im Hinblick auf Nährstoff- und Wassermanagement

 

2. Kalkung

Ein weiteres Werkzeug, mit dem man sich beschäftigen sollte, wenn es um sichere Erträge geht, ist die Kalkung. Sie hat Einfluss auf den pH-Wert und dieser wiederum legt den Grundstein für eine gesunde Pflanzenentwicklung.

Doch fangen wir von vorne an. Es liegt in der Natur der Böden, dass sie versauern, also einen niedrigen pH-Wert aufweisen. Eine Versauerung wird aber auch durch Einflüsse wie z.B. Überdüngung oder Niederschläge hervorgerufen.

Das jeweilige Optimum des pH-Werts hängt von der Bodenart ab. Generell gilt, dass bei zu niedrigen pH-Werten für Pflanzen toxische Elemente aus dem Boden freigesetzt werden können. Zudem ist die Verfügbarkeit bestimmter Nährstoffe besonders unter Stressbedingungen eingeschränkt. Niedrige pH-Werte begünstigen eine Tonverlagerung, die mögliche Verdichtungen im Unterboden zur Folge hat.  

Aber auch zu hohe pH-Werte können nachteilig wirken, vor allem weil dann die Nährstoffverfügbarkeit von z.B. Mangan, Kupfer und Zink eingeschränkt ist.

Aus den genannten Gründen ist es im Sinne des Ackerbauers, einen ausgeglichenen pH-Wert anzustreben. Um „saure“ Böden zu reparieren, kommt die Kalkung ins Spiel.  Denn mit ihr gelingt es, den pH-Wert entsprechend zu erhöhen und die Versauerung zu neutralisieren.

Aber nicht nur auf den pH-Wert wirkt sich die Kalkung aus. Wird zum Beispiel mit kohlesaurem Kalk gekalkt, wird zweifach positives Calcium zugeführt. Dieses bildet die berühmte Ca2+ Brücke zwischen einfach geladenen Ton- und einfach geladenen Humusteilchen und trägt so zur Stabilisierung der Bodenstruktur bei. Die Kalkung ist also ein erster Schritt für eine Verbesserung der Bodengesundheit.

Max Schmidt, als erfahrener Kalk- und Bodenspezialist, erklärt uns die Zusammenhänge im Boden und alle Feinheiten für eine effektive Kalkung.  

Vortrag von Max Schmidt bei HORSCH LIVE 2022: 

Kalkung – Ein erster Schritt für die Ertragssicherheit 

 

3. Kationenaustauschkapazität

Wenn wir uns schon mit Tonteilchen und Humus befassen, kommen wir im nächsten Schritt auf die Kationenaustauschkapazität zu sprechen.

Denn sowohl Tonminerale als auch Huminstoffe fungieren als Bodenkolloide, auch Austauscher genannt. Sie werden als Austauscher bezeichnet, weil sie aufgrund ihrer negativen Ladung und Oberflächeneigenschaften die Fähigkeit besitzen, positiv geladene Moleküle (Kationen) zu absorbieren, also festzuhalten und wieder abzugeben (desorbieren) bzw. gegen andere Kationen auszutauschen. Da unter anderem auch Nährstoffe (Ca, Mg, K, Na) zu den Kationen zählen, fungieren sie also als Nährstoffspeicher.

Der Begriff der Kationenaustauschkapazität beschreibt die Summe aller im Boden austauschbaren Kationen. Sie gibt Aufschluss darüber, wie hoch das Potenzial an Nährstoffverfügbarkeit im Boden ist und ist somit auch Maßstab für die Bodenfruchtbarkeit. Zudem ist die Kationenaustauschkapazität Wegweiser für die effektive Düngestrategie.

Bezüglich der Nährstoffdynamik im Boden ist je nach Bodenart eine Art Gleichgewicht anzustreben. Denn sind die Kolloide unzureichend gesättigt, werden die Nährstoffe (zu) stark fixiert und sind somit nicht pflanzenverfügbar. Dies wiederum hat besonders unter Extrembedingungen Einfluss auf den Ertrag. Welche Kationen sich an den Kolloiden anheften, hängt wiederum mitunter vom pH-Wert und im Speziellen von der Basensättigung ab.

Um den Nährstoffkomplex im Boden besser zu verstehen und Tipps für die Praxis zu bekommen, luden wir für den 09.01.2023 Karl Gröschl von der N.U. Agrar ein.

 

4. SmartFarming

Als letzte Komponente sehen wir uns SmartFarming und somit die Möglichkeit der bedarfsgerechten Kalkung und Düngung an.  

Wie bereits angesprochen, hängt der pH-Wert von der Bodenart ab. Auch pathogene Prozesse und z.B. Bodenverdichtung verursachen lokal unterschiedliche pH-Werte. Mithilfe von SmartFarming ist hier der Ansatz, zunächst die örtlichen Bodenaciditäten zu bestimmen und nach Bedarf eine Kalkung entsprechend des optimalen pH-Werts durchzuführen.

Das gleiche Prinzip gilt für die teilflächenspezifische Düngung, um so eine nachhaltige Pflanzenproduktion sicherzustellen, Dünger zu sparen, eine Überdüngung (Versauerung) der Böden zu vermeiden und im gleichen Zuge Umweltbelastung zu minimieren.   

Mit welchen Ansätzen wir unsere Böden (teilflächenspezifisch) ins Optimum bekommen, beantwortet uns am 23.01.2023 Prof. Dr. Bernhard Bauer von der HSWT. Also schalten Sie ein zu

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