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Für die Zwischenfrucht ist es nie zu spät?!

Warum Zwischenfrüchte anbauen?

Im Hinblick auf zunehmende Starkwetterereignisse, Probleme mit Grundwasserbelastung, Resistenzen und den aktuell stark gestiegenen Düngerpreisen, gewinnt der Zwischenfruchtanbau mehr und mehr an Bedeutung. Auch Ziele wie das Verbessern der Bodenstruktur oder der Aufbau von nährstoffreichem Humus werden durch den Anbau von Zwischenfrüchten gefördert.   

Hinzu kommen folgende Argumente:  

  1. Reduktion von Erosionen   

  2. Verbesserung der Durchwurzelbarkeit in die Tiefe  

  3. Nährstoffversorgung von Bodenlebewesen  

  4. Aufschließen von Nährstoffen  

  5. Steigerung der Biodiversität  

  6. Unterdrücken von Ausfallsamen und Unkräuter  

  7. Verhindern von Verdunstungen und Wasserverlusten  

  8. Lieferung und Speicherung von Stickstoff  

  9. Verhindern von Auswaschungen  

  10. Gezielte Freigabe von Nährstoffen an die Folgekultur   

  11. Bekämpfen und Unterdrücken von Nematoden und Krankheiten  

  12. Schaffen von Schutzräumen für wild lebende Tiere  

…    

Es gibt also viele Gründe, die für den Anbau von Zwischenfrüchten sprechen und ihn teilweise sogar fordern.   

Zwischenfruchtanbau – Aber wann?

Generell ist der optimale Aussaatzeitpunkt von mehreren Faktoren abhängig. So zum Beispiel von der Art der Zwischenfrucht. Je nach Art und Entwicklungsverhalten gilt es hier die optimalen Saatzeitpunkte zu beachten. Leguminosen beispielsweise sollen aufgrund Ihrer wärmeliebenden Eigenschaften und langsameren Jugendentwicklung rechtzeitig ausgesät werden, um die gewünschte Bodenbedeckung zu erreichen und um die positiven Wirkeigenschaften voll ausschöpfen zu können.  

Grundsätzlich wird bei frühen Aussaatzeitpunkten ein rascher Zuwachs an Blattmasse und somit eine schnelle Bodenbedeckung erwartet, was wiederum eine sichere und frühe Unkrautunterdrückung sicherstellt. Auch wird mehr Biomasse als bei einer Spätsaat gebildet, wodurch potenziell mehr Stickstoff gebunden werden kann.   

Für eine Frühsaat spricht vor allem die höhere Anzahl an zur Verfügung stehender und geeigneter Arten. Die Auswahl an Sorten, die für eine spätere Saat infrage kommen, ist begrenzt.  

Selbst bei einigen spätverträglichen Arten besteht die Gefahr, dass die Kultur durch Frühfröste frühzeitig ausfällt und so nicht mehr zur Bodenbedeckung und Zwischenfruchtwirkung beiträgt. Deshalb spielt auch die Frosttoleranz eine entscheidende Rolle.  

ArtAussaatzeitpunkt Frosttoleranz 
Gelbsenf Bis Mitte September Mittel  
Ölrettich Bis Anfang September Sehr hoch  
Lupine/Sommerwicke Bis Mitte August Mittel  
Phacelia Bis Anfang September Hoch 
Buchweizen Bis Anfang September Keine 
Ramtillkraut Bis Mitte August Keine 
Perserklee Bis Anfang August Gering 
Alexandrinerklee Bis Mitte August Hoch 
Sonnenblume Bis Mitte August Gering 

 

Früh ist nicht immer besser:

Der stärkste Zuwachs an oberirdischer Blattmasse findet bis zur Blüte statt. Nach der Blüte lässt das Wachstum stark nach und es kann zur Reduktion der Blattmasse kommen. Hier besteht dann die Gefahr der fehlenden Bodenbedeckung und unzureichenden Nährstoffaufnahme im Herbst.  

Sieht man in den Boden und bewertet das Wurzelwachstum, ist auch hier nach der Blüte kein Zuwachs des Wurzelsystems mehr zu verzeichnen. So ist aus Sicht des Wurzelzuwachses eine Frühsaat nicht zwingend notwendig.  

Ein weiterer nachteiliger Punkt eines zu frühen Saatzeitpunktes:  

Besonders bei Zwischenfrüchten mit schneller Entwicklung besteht die Gefahr des Aussamens. So wird die einstige Nutzpflanze in der folgenden Hauptkultur selbst zum Unkraut und eine erfolgreiche Bekämpfung gestaltet sich dann oft schwierig.   

Es gibt also durchaus Argumente, warum sich Landwirte mit einer späteren Aussaat auseinandersetzen sollten. Gerade in Trockenjahren wie dieses.  

Spät kann Vorteile bringen:

  • Bei starker Trockenheit führt eine frühe Aussaat im August nicht zwangsläufig zu sicheren Feldaufgängen. Im Hinblick auf den Feldaufgang ist dann der oftmals niederschlagsreichere Herbst ein Argument für die spätere Aussaat.   

  • Bei späteren Saatzeitpunkten kann auch der Bodenbearbeitung mehr Zeit und Aufmerksamkeit geschenkt werden. Die Flächen können dann für die Zwischenfrucht und die folgende Sommerung entsprechend vorbereitet werden.  

  • Durch die Möglichkeit mehrere mechanische Bearbeitungsgänge durchführen zu können, wird auch Ausfallgetreide intensiver bekämpft. Vor allem Mulchsaatbetriebe oder Betriebe mit konservierender Bodenbearbeitung können so zwei bis drei Auflaufwellen an Ausfallgetreide mechanisch bekämpfen. Phytosanitäre Probleme werden besser eingedämmt und die Gefahr, dass im Zwischenfruchtbestand etabliertes Ausfallgetreide als grüne Brücke für z.B. Blattläuse dient, ist minimiert.  

  • Auch der Punkt, dass spät ausgesäte Zwischenfrüchte weniger Wuchshöhe aufweisen und somit der davon abhängige Wasserverbrauch geringer ist, sollte berücksichtigt werden. Zwar dient eine ganzflächige Bedeckung mit Biomasse zur Verhinderung der Flächenverdunstung, jedoch steigt mit zunehmender Bestandshöhe auch der Wasserverbrauch. Deshalb sollte vor allem auf trockenen Standorten mit unzureichender Wassersättigung und geringer Niederschlagserwartung im Winter nicht zu früh gesät werden. Grundsätzlich gilt, dass winterharte Arten einen höheren Wasserverbrauch haben als Abfrierende.  

Fazit zum Aussaatzeitpunkt:

Es kann sich auch noch Anfang September lohnen, sich mit dem Thema des Zwischenfruchtanbaus zu beschäftigen. Vorausgesetzt es werden die Aussaatbedingungen der Arten berücksichtigt.  

Nicht jede Zwischenfruchtart eignet sich für die späte Aussaat. Es stehen dann nur noch spätsaatverträgliche oder winterharte Zwischenfrüchte zur Verfügung. Ebenfalls muss beachtet werden, dass bestimmte abfrierende Zwischenfruchtarten eine geringe Kälteempfindlichkeit in der Jugendentwicklung aufweisen, wodurch ein sicheres Abfrieren im Winter nicht garantiert werden kann. Dann ist die Strategie für den Umbruch der Zwischenfrucht im Frühjahr entsprechend anzupassen.  

Mit der Thematik eines erfolgreichen Zwischenfruchtumbruches befasst sich folgender Blogartikel: 

Zwischenfrüchte richtig umbrechen (1. Teil)