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Natürliche Maiszünslerbekämpfung - Mit Schlupfwespen gegen den Zünsler

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Er ist und bleibt einer der bedeutendsten Schädlinge im Mais: der Maiszünsler. Aufgrund klimatischer Veränderungen breitet er sich zunehmend auch in Deutschland aus und sorgt für Bohrlöcher, abgeknickte Pflanzen und gegebenenfalls sogar für Schäden an den Maiskolben. Um Ertrags- und Qualitätseinbußen zu minimieren, kann der Schaderreger in unterschiedlichen Stadien chemisch, mechanisch oder auch biologisch bekämpft werden. Zum Beispiel mit Schlupfwespen (Trichogramma), den natürlichen Feinden des Maiszünslers.

Doch bevor es um die Maiszünslerbekämpfung geht, wollen wir den Schädling an sich verstehen.

Maiszünsler (Ostrinia nubilalis)

Der Maiszünsler ist ein kleiner Schmetterling. Doch nicht er sorgt für Schäden im Mais, sondern seine Raupen. Diese durchbohren Stängel und Kolben und verursachen so Schwachstellen. Schäden durch die Raupen des Maiszünslers sind:

  • Umknicken der Maisstängel vor allem im unteren Bereich
  • Gestörte Wasser- und Nährstoffversorgung
  • Potenzielle Infektionsstelle für Pilzkrankheiten und Bakterien

Der Befall beginnt mit dem Zuflug der Falter aus den Maisbeständen des Vorjahres. Je nach Region ist dies ab Juni der Fall und im Juli am intensivsten. Im Bestand angekommen legen die Weibchen ihre Eier bevorzugt an der Blattunterseite ab. Ein bis zwei Wochen später schlüpfen dann die Zünslerlarven und beginnen damit, sich auf den benachbarten Pflanzen zu verteilen und sich dort im oberen Teil einzubohren. Im Laufe der Vegetation fressen sich die Raupen dann von oben nach unten durch das Stängelinnere.

So befinden sie sich nach der Ernte in der Stängelbasis und können in den am Acker verbliebenen Maisstoppeln überwintern. Im darauffolgenden Mai findet dann die Verpuppung statt, damit startet der Zyklus und die Verbreitung beginnt von vorne.

Eine der wichtigsten Möglichkeiten zur Bekämpfung des Maiszünslers ist somit die effektive Zerstörung von Maisstoppeln bei der Stoppelbearbeitung, z.B. mit Hilfe einer Messerwalze. So nimmt man den Larven die Möglichkeit zum Überwintern.

Verbreitung des Maiszünslers

Nicht ohne Grund wird er (im Englischen) auch als European Corn Borer bezeichnet. Denn die Ursprünge des Zünslers liegen in Süd- und Mitteleuropa. Erst später wurde er dann in Nordamerika eingeschleppt und ist mittlerweile auf dem ganzen Globus verbreitet.

Die Verbreitung wird durch folgende Punkte gefördert:

  • Gute Anpassungsfähigkeit des Schädlings
  • Zunahme der Maisanbauflächen
  • Gute klimatische Bedingungen begünstigt durch den Klimawandel

Schlupfwespen gegen den Maiszünsler

Die ca. 1 mm kleinen Schlupfwespen (Trichogramma) sind sogenannte Eiparasiten. Das heißt, dass sie ihre Eier in die Eier anderer Parasiten legen. In diesem Fall in das Gelege des Maiszünslers. Beim Schlüpfen der Wespen wird dann das Ei des Maiszünslers zerstört und die Verbreitung der schädlichen Larven eingedämmt. Stattdessen breiten sich dann die Schlupfwespen im Bestand aus, vermehren sich und parasitieren weitere Zünslereier.

Für eine erfolgreiche Parasitierung durch die Schlupfwespen ist der richtige Einsatzzeitpunkt der Nützlinge ausschlaggebend. Entscheidend hierfür sind der Flugbeginn und der Zeitpunkt der Eiablage. Um den richtigen Zeitpunkt zu wählen, helfen amtliche Beratungsinstitutionen, die die Phasen für unterschiedliche Regionen monitoren und entsprechende Empfehlungen zur Ausbringung der Trichogramma geben. 

Siehe auch: https://www.isip.de/isip/servlet/isip-de/entscheidungshilfen/mais

Einbringen der Schlupfwespen in den Bestand

Hierfür gibt es verschiedene Methoden und Mittel. Eine davon ist die Ausbringung mittels kleiner Kugeln.

In den Kugeln befinden sich die Schlupfwespen in vier verschiedenen Entwicklungsstadien. Nachdem die Kugeln auf der Bodenoberfläche des Bestandes angekommen sind, verlassen die Schlupfwespen die Kugeln über einen kleinen Schlitz. Anschließend geht es auf die Suche nach den Gelegen der Maiszünsler. Die unterschiedlichen Entwicklungsstadien sorgen dafür, dass die Bekämpfung über einen längeren Zeitraum stattfindet.

Da das Material der Kugeln aus Maisstärke oder Zellulose ist, sind diese biologisch abbaubar.  

Ausgebracht werden können die Kugeln mit der Hand oder für den großflächigen Einsatz mit Drohnen oder Fahrzeugen mit ausreichend Bodenfreiheit. So beispielsweise auch mit einer am Gestänge eines Leeb Selbstfahrers angebrachten Ausbringtechnik.

Wichtiges zum Maiszünsler und seiner Bekämpfung im Überblick:

  • Bedeutendster Schädling im Mais
  • Weltweit verbreitet
  • Sorgt für Ertrags- und Qualitätseinbußen
  • Kann chemisch, mechanisch oder biologisch bekämpft werden

Schlupfwespen als natürliche Bekämpfungsmethode:

  • Verhindern ein Schlüpfen der schädlichen Zünslerlarven
  • Der richtige Einsatzzeitpunkt ist entscheidend
  • Können in kleinen Kugeln ausgebracht werden