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Flüssigdünger – Vor- oder Nachteil in der nachhaltigen Landwirtschaft?

Durchschittliche Lesedauer: 2 Minuten

Die Düngung ist ein wichtiger Baustein in der nachhaltigen Landwirtschaft, um die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und das Defizit an Nährstoffen, das durch die Abfuhr der Ernteprodukte entsteht, auszugleichen. Die Auswahl an Düngern ist groß. So unterscheidet man zunächst organische oder mineralische Dünger. Organische Dünger entstehen meistens bei der Tierhaltung oder bei der energetischen Nutzung von Pflanzen, beispielsweise in Biogasanlagen. Mineralische Dünger hingegen werden aus Gesteinen gewonnen beziehungsweise aus der Umgebungsluft. Zudem gibt es bereits Dünger in flüssiger Form, die meist ein Nebenprodukt der Industrie sind.  Wir wollen uns in dieser Blogreihe dem Flüssigdünger widmen.

Herstellungsverfahren von Flüssigdünger

Zunächst ein kurzer Blick in die Herstellung. Bereits seit den 80er Jahren gibt es industrielle Anlagen zur Flüssigdüngerherstellung. Der Prozess war zu der Zeit sehr einfach gehalten. Fester Dünger, zum Beispiel Ammoniumnitrat und Harnstoff, wurde in einen Behälter mit Wasser gegeben und so lange verrührt, bis sich der Dünger im Wasser gelöst hatte (Demees, 1989). Dieser Prozess scheint sehr einfach. Heute wird Flüssigdünger, wie jeder mineralische Dünger, in industriellen Anlagen unter hohen Qualitätsrichtlinien produziert. Ammoniumsulfat-Harnstoff-Lösung (AHL) kann folgendermaßen hergestellt werden:

Eine Harnstofflösung aus der Harnstoffsynthese wird mithilfe von Schwefelsäure bei einer Temperatur von 100° bis 250° und Druck in einen Reaktor gegeben. Nach der Reaktion unter Abspaltung von Kohlenstoffdioxid und der Zersetzung von Ammoniumcarbamat entsteht AHL (Deutschland Patentnr. DE10001082, 2004).

Doch warum wollen wir Flüssigdünger nutzen, der in der Lagerung und im Transport ohne die entsprechende Technik so viel aufwendiger ist?  Die Nährstoffgehalte der Flüssigdünger unterscheiden sich nicht von festen Düngern beziehungsweise könnte man auch feste Dünger mit derselben Konzentration herstellen.

Vorteile der Applikation von Flüssigdünger

Ein Grund ist, dass die Applikation von Flüssigdünger mittels Feldspritzen einige Vorteile gegenüber den Mineraldüngern in fester Form hat.

Durch die flüssige Phase des Düngers gestaltet sich die Lagerung sehr einfach, sofern eine entsprechende Technik beziehungsweise ein geeigneter Behälter vorhanden ist. Denn Flüssigdünger kann weder verklumpen, noch kann die Qualität des Düngers in punkto Abriebfestigkeit und Korngröße variieren. Ein weiterer praxisrelevante Punkt ist, dass keine düngertypischen Einstellungen an der Maschine vorgenommen werden müssen. Durch die Ausbringung des Düngers mittels einer Feldspritze ist immer sichergestellt, dass die Querverteilung in einem sehr guten Rahmen ist. Denn dies wird während der turnusmäßigen Überprüfung der Pflanzenschutzspritzen sichergestellt. 

Doch nicht nur die Präzision ist bei der Applikation von Flüssigdünger besser, auch die Nährstoffaufnahme kann positiv beeinflusst werden. Denn Pflanzen sind zum einen in der Lage, Nährstoffe über das Blatt aufzunehmen (John D. Lea-Cox, 1995). Somit kann bereits während der Applikation ein gewisser Teil an Nährstoffen über das Blatt in die Pflanze eindringen und eine Versorgung sicherstellen. Dies ist vor allem in trockenen Bedingungen ein Vorteil.

Zum anderen liegen die Nährstoffe bereits in gelöster Form vor. Dies hat wiederum weitere Vorteile:

  • Mechanische Beschädigungen aufgrund der Düngerkörner, die auf die Pflanzenblätter oder die Ertragsorgane treffen, werden vermieden.
  • Eine Kombination von Düngerapplikation und der Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln ist möglich. Somit können Überfahrten eingespart werden und teils werden additive Effekte beobachtet.

Die Vorteile einer Flüssigdüngerapplikation sind demzufolge offensichtlich. Im nächsten Teil unseres Blogs wollen wir die Grundlagen der Applikation von Flüssigdünger klären und darauf eingehen, welche Düsentechnik in bestimmten Wachstumsstadien zum Einsatz kommen sollte.