Gemeint ist die Bodenbearbeitung der abgeernteten Felder, sobald der Mähdrescher vom Feld ist und die Witterungsbedingungen es zulassen. Dabei sollen vor allem Ausfallgetreide und Samenunkräuter zum Keimen angeregt und die Kapillarität unterbrochen werden. Damit der Stoppelsturz diese Ziele auch tatsächlich erreicht, lohnt sich ein genauer Blick auf Zeitpunkt, Technik und Vorgehensweise.
Der Stoppelsturz sollte möglichst zeitnah nach der Ernte erfolgen. Ob eine frühe Bodenbearbeitung auch zur Erhaltung der Bodenfeuchte beiträgt, hängt jedoch stark von bestehender Bodenfeuchte, Witterung und Bodenbedeckung ab. Ist der Oberboden bereits weitgehend ausgetrocknet, sind die Verdunstungsverluste in der Regel deutlich geringer. Liegt dagegen nach einem Niederschlag noch Feuchtigkeit im Oberboden vor, kann eine gute Stroh- und Stoppelbedeckung den Boden zusätzlich vor Verdunstung schützen. Ein flacher Bearbeitungsgang ist deshalb immer im Zusammenhang mit den aktuellen Bedingungen und dem jeweiligen Bewirtschaftungsziel zu bewerten.
Die Kunst bei der Stoppelbearbeitung im Sommer besteht darin, möglichst viel Bodenfeuchte zu erhalten, ohne auf den Effekt der Unkrautbekämpfung zu verzichten. Der Stoppelsturz bzw. der erste Arbeitsgang sollte daher flach erfolgen. Es reichen 5 bis 6 cm aus, auf Problemstandorten mit Ackerfuchsschwanz sogar 2 bis 3 cm. Dadurch werden Unkrautsamen und Ausfallgetreide zum Keimen gebracht, ohne sie zu tief zu vergraben.
Die Auswahl der richtigen Maschine ist entscheidend für den Erfolg des Stoppelsturzes. Eine erste flache Bearbeitung gelingt mit einer Messerwalze, aber auch mit Grubber oder Scheibenegge. Erstere erfüllt vor allem das Ziel, die Stoppeln zu knicken, den Boden minimal zu bewegen und Ausfallsamen auf den Boden in die feine Mulchschicht zu bringen. Meistens erfolgt eine zweite, etwas tiefere Stoppelbearbeitung (8-10 cm), um aufgelaufenes Unkraut und Ausfallgetreide mechanisch zu bekämpfen.
Je nach Standort und Gegebenheit muss hier differenziert werden, welche Maschine dafür zum Einsatz kommt und ob eine dritte Stoppelbearbeitung mit einem Zinkengerät oder Grundbodenbearbeitung noch anschließt. Der Fokus liegt dabei immer darauf, die Ernterückstände gleichmäßig über die Fläche zu verteilen. Welche Maschinen hier welche Arbeitsergebnisse erzielen, das haben wir in einem Blog zusammengefasst.
Bleibt z.B. Stroh zum Abfahren in Schwaden auf dem Feld liegen, so ist an diesen Stellen der Anteil des organischen Materials höher und es entstehen Zonen mit unterschiedlichen Nährstoffverhältnissen. Das führt zu Problemen beim Auflaufen der Folgekultur: Dort, wo viel Stroh eingearbeitet wird, wird mehr Stickstoff für dessen Abbau benötigt, was die Pflanzenentwicklung verzögern kann. Außerdem kann ungleichmäßig eingearbeitetes Stroh auch Störschichten verursachen. Im Rahmen einer Bachelorarbeit haben wir in einem Versuch getestet, wie unterschiedliche Bodenbearbeitungsgeräte das Stroh horizontal verteilen.