Stoppelsturz – oder einfach gesagt: die erste Bodenbearbeitung nach der Ernte

Gemeint ist die Boden­bearbeitung der abgeernteten Felder, sobald der Mäh­drescher vom Feld ist und die Witterungs­bedingungen es zulassen. Dabei sollen vor allem Ausfall­getreide und Samen­unkräuter zum Keimen angeregt und die Kapillarität unter­brochen werden. Damit der Stoppel­sturz diese Ziele auch tatsächlich erreicht, lohnt sich ein genauer Blick auf Zeitpunkt, Technik und Vorgehensweise.

Die richtige Zeit: Wann ist der Stoppelsturz optimal? 

Der Stoppelsturz sollte möglichst zeitnah nach der Ernte erfolgen. Ob eine frühe Boden­bearbeitung auch zur Erhaltung der Boden­feuchte beiträgt, hängt jedoch stark von bestehender Boden­feuchte, Witterung und Boden­bedeckung ab. Ist der Ober­boden bereits weit­gehend aus­getrocknet, sind die Verdunstungs­verluste in der Regel deutlich geringer. Liegt dagegen nach einem Nieder­schlag noch Feuchtig­keit im Ober­boden vor, kann eine gute Stroh- und Stoppel­bedeckung den Boden zusätzlich vor Verdunstung schützen. Ein flacher Bearbeitungs­gang ist deshalb immer im Zusammen­hang mit den aktuellen Bedingungen und dem jeweiligen Bewirt­schaftungs­ziel zu bewerten.

Bodenwasser sichern & gleichzeitig Ausfallgetreide bekämpfen

Die Kunst bei der Stoppel­bearbeitung im Sommer besteht darin, möglichst viel Boden­feuchte zu erhalten, ohne auf den Effekt der Unkraut­bekämpfung zu verzichten. Der Stoppel­sturz bzw. der erste Arbeits­gang sollte daher flach erfolgen. Es reichen 5 bis 6 cm aus, auf Problem­standorten mit Acker­fuchs­schwanz sogar 2 bis 3 cm. Dadurch werden Unkraut­samen und Ausfall­getreide zum Keimen gebracht, ohne sie zu tief zu vergraben.

Maschinenwahl: Welche Technik für welchen Zweck?

Die Auswahl der richtigen Maschine ist entscheidend für den Erfolg des Stoppel­sturzes. Eine erste flache Bearbeitung gelingt mit einer Messer­walze, aber auch mit Grubber oder Scheiben­egge. Erstere erfüllt vor allem das Ziel, die Stoppeln zu knicken, den Boden minimal zu bewegen und Ausfall­samen auf den Boden in die feine Mulch­schicht zu bringen. Meistens erfolgt eine zweite, etwas tiefere Stoppel­bearbeitung (8-10 cm), um auf­gelaufenes Unkraut und Ausfall­getreide mechanisch zu bekämpfen.

Je nach Standort und Gegeben­heit muss hier differenziert werden, welche Maschine dafür zum Einsatz kommt und ob eine dritte Stoppel­bearbeitung mit einem Zinken­gerät oder Grund­boden­bearbeitung noch anschließt. Der Fokus liegt dabei immer darauf, die Ernte­rück­stände gleich­mäßig über die Fläche zu verteilen. Welche Maschinen hier welche Arbeits­ergebnisse erzielen, das haben wir in einem Blog zusammengefasst.

Ernterückstände: Gleichmäßige Verteilung ist Pflicht

Bleibt z.B. Stroh zum Abfahren in Schwaden auf dem Feld liegen, so ist an diesen Stellen der Anteil des orga­nischen Materials höher und es entstehen Zonen mit unter­schied­lichen Nähr­stoff­verhältnissen. Das führt zu Problemen beim Auf­laufen der Folge­kultur: Dort, wo viel Stroh einge­arbeitet wird, wird mehr Stick­stoff für dessen Abbau benötigt, was die Pflanzen­entwicklung verzögern kann. Außerdem kann ungleich­mäßig eingearbeitetes Stroh auch Stör­schichten verursachen. Im Rahmen einer Bachelor­arbeit haben wir in einem Versuch getestet, wie unterschied­liche Boden­bearbeitungs­geräte das Stroh horizontal verteilen.

Fehler vermeiden: Worauf besonders achten?

  • Zu tiefe Bearbeitung: Unkraut­samen und Ausfall­getreide werden zu tief vergraben und keimen nicht mehr zuverlässig.
  • Nicht ganz­flächige Bearbeitung: Werden Wurzel­unkräuter nicht ganz­flächig abge­schnitten, können sie weiter­wachsen bzw. wieder anwachsen und die Unkraut­nester können sich zu Problem­zonen entwickeln.
  • Ungleich­mäßige Verteilung der Ernte­rückstände: Stroh- oder Spreu­haufen führen zu ungleich­mäßiger Nähr­stoff­verfüg­barkeit und erschweren den Start der Folge­kultur.