Maestro SX mit AirSpeed Dosiersystem

Einführung in die HORSCH Maestro Dosierer AirVac und AirSpeed

| Thomas Murr, HORSCH Maschinen GmbH

Aktualisiert 14.05.2025
Veröffentlicht 16.07.2020

Heute geht es um die Bauteile in unseren beiden Dosierern AirVac und AirSpeed, welche für eine perfekte Vereinzelung der Körner verantwortlich sind.

Mechanismen zur Steuerung der Korn­aufnahme im Dosierer

Wir starten bei der Kornaufnahme: Durch den Korn­zulauf­schieber wird geregelt, wie viele Körner in den Dosierer nach­laufen, und somit, wie hoch der Vorrat an Körnern an der Dosier­scheibe ansteht. Mit dem Schieber kann der Dosierer auch vollständig vom Saatgut­vorrat getrennt werden, so dass der Saatgut­behälter nicht entleert werden muss, wenn beispiels­weise ein Dosier­scheiben­wechsel durch­geführt wird. Mit der Stellung des Zulauf­schiebers kann außerdem das Korn­aufnahme­verhalten und somit auch das Vereinzelungs­ergebnis beeinflusst werden. Generell gilt: Bei größeren Saatgütern wie Mais oder Bohnen wird der Schieber eher weiter aufgemacht. Bei kleinen Saatgütern wie Zuckerrüben oder Raps kann der Schieber weiter zugemacht werden. Hier gilt auch: Umso weniger Saatgut sich im Dosierer befindet, desto exakter ist die Korn­aufnahme, da das am Dosier­scheiben­loch aufgenommene Korn nicht durch eine so große Menge an Körnern im Vorrat „geschoben“ werden muss. Natürlich muss hierbei aber sicher­gestellt werden, dass sich immer genügend Saatgut im Dosierer befindet. Auf den Dosier­scheiben sind sogenannte Rühr­taschen integriert. Diese durch­mischen das Saatgut­depot ständig und sorgen dafür, dass sich immer Bewegung im Vorrat befindet und sich die Körner nicht fest­setzen können. Dadurch kann bereits bei der Korn­aufnahme verhindert werden, dass es zu fehlenden Belegungs­stellen kommt.

Ablauf und Kontrolle der Korn­abgabe im Dosiersystem: AirVac vs. AirSpeed 

Nach der Korn­aufnahme werden eventuelle Doppel­stellen durch den Universellen Vereinzeler eliminiert. Insgesamt fünf Vereinzelungs­finger greifen von oben und unten leicht in die Reihe an aufgenommenen Körnern ein und streifen überzählige Körner und Doppel­belegungen ab. Der Vereinzeler ist so konzipiert, dass er nicht mehr auf die Dosier­scheibe eingestellt werden muss, was die Bedienung des gesamten Systems enorm vereinfacht. 

Danach werden die Körner zum Korn­abgabe­punkt der Dosierer weiter­transportiert. Die Kornabgabe findet über den Abschluss des Unter- bzw. Überdruck­bereichs statt. Und zwar über die Dichtung, die im Deckel des Dosierers integriert ist. Die Körner haften nicht mehr an den Löchern der Dosier­scheibe an und fallen beim AirVac System dement­sprechend durch das Fallrohr zu Boden. Anschließend werden sie durch die Fangrolle abgefangen, so dass ein Verrollen der Körner nicht statt­finden kann, und eingebettet. Beim Schuss­system AirSpeed werden die Körner sofort nach dem Abdichten des Überdruck­bereichs von einem weiteren Luft­strom erfasst und durch das Schuss­rohr mit hoher Geschwindig­keit in die Saat­furche geschossen, von der Fang­rolle abgefangen und eingebettet. Durch diesen aktiven, kontrollierten Transport wird auch bei Arbeits­geschwindig­keiten bis 15 km/h eine sehr gute Längs­verteilung der Körner erreicht.  

 

Technische Highlights: Sensorik, Überwachung und Reinigungs­rad

Am Schuss- bzw. Fallrohr findet die Überwachung der Vereinze­lungs­genauigkeit bei beiden Systemen über einen optischen Körner­zähl­sensor statt. Der Sensor kann Fehl- und Doppel­stellen ermitteln. Außerdem kann er die Abstände zwischen den Körnern erkennen und berechnet daraus den Variations­koeffizienten, welcher ein Maß für die Genauig­keit der Längs­verteilung darstellt. Genauso wird die Anzahl gesäter Körner erfasst und die Abweichung von Soll- und Istmenge berechnet. Diese Informationen werden dem Fahrer übersichtlich am Terminal im Durch­schnitt über die gesamte Maschine angezeigt. Es besteht auch die Möglichkeit, sich die ermittelten Werte einer einzelnen Reihe anzeigen zu lassen. Falls der Behälter leer geworden ist und keine Körner mehr ausgesät werden, wird sofort ein optischer und akustischer „Null-Körner Alarm“ am Terminal angezeigt.

Nach der Korn­abgabe ist als letztes Bauteil ein Ausdrück­rad im Deckel des Dosierers verbaut. Das stern­förmige Rädchen durchsticht alle Löcher der Dosier­scheibe und reinigt diese ggf. von verklemmten Bruch­körnern oder anderen Verschmutzungen. So wird sicher­gestellt, dass alle Löcher sauber und frei sind, Körner aufgenommen werden können und Fehl­stellen vermieden werden.

Terminalbasierte Einstellung von Kultur, Saatstärke und Fahr­gassen

Angetrieben werden die Dosierer von Elektro­motoren. Die Saat­stärke wird bequem über das Terminal eingestellt. Genauso ist die Umstellung auf eine andere Frucht­art mit nur wenigen Hand­griffen erledigt. Neben dem Anpassen der Dosier­scheibe und ggf. des Reinigungs­rads muss nur noch am Terminal die richtige Frucht­art eingestellt werden. So werden die Parameter­werte der Körner­überwachung auf die jeweilige Kultur zugeschnitten. Dadurch sind Funktionen wie SectionControl und VariableRate serien­mäßig verfügbar. Die Maschine muss lediglich über ein Terminal betrieben werden, das die Frei­schaltungen für diese Funktionen hat. Bei der Nutzung von Variable Rate ist bei allen Maschinen auch die Funktion „VariableRate Row-by-Row“ serien­mäßig verfügbar. Es kann also Einzel­reihen-differenziert gesät werden und so eine Applikations­karte mit einer Auflösung, die dem Reihen­abstand entspricht, genutzt werden. Mit den Maestros können auch Regner­gassen oder frei konfigurier­bare Fahr­gassen geschaltet werden. Hierbei wird nach Wunsch automatisch die Aussaat­stärke in den Nachbar­reihen zur Gasse prozentual erhöht.

Das sagen unsere Kunden zu den Dosiersystemen AirSpeed und AirVac

Klaus Pentzlin
Landtechnischer Lohnunternehmer

“Wir fahren so im Schnitt zwischen 11 und 12 Stundenkilometer. Durch die AirSpeed Dosierung wird wirklich jedes Korn dorthin geschossen, wo es hingehört und wird sofort von der Fangrolle eingefangen. Wir haben also Abstände, die immer gleich sind.”

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Renato Duch
Duch Gruppe

„Wir haben Maschinen mit dem alten Dosierer und mit dem neuen AirVac Dosierer auf dem Hof. Beide Dosiersysteme sind sehr gut. Die Verteilung war bereits gut und wurde sogar noch besser. Wir haben festgestellt, dass das AirVac System einfacher ist und sicherer funktioniert.”

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Mykola Gedz
Leitender Agronom der Firma Kernel

“Diese Maestro ist mit dem neuen Dosiersystem AirSpeed System ausgestattet. Sie kann schnell und einfach eingestellt werden und garantiert eine gute Aussaatqualität und Saatgutverteilung in der Reihe.”

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