Smarte Maschinen für clevere Landwirte

Smarte Maschinen für clevere Landwirte

Mit fast einer Million Euro unterstützt die Bayerische Forschungsstiftung die Erforschung eines mobilen cloudgestützten Assistenzsystems für hochkomplexe Landmaschinen. Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie übergab Finanz- und Heimatstaatssekretär Albert Füracker am 12. Mai 2017 beim Landmaschinenhersteller Horsch in Schwandorf den Förderbescheid mit den Worten: „Möglichkeiten zu erforschen, wie Maschinenbaufirmen über eine verstärkte Vernetzung mit den Maschinen beim Kunden vor Ort und mit dem Kunden selbst Servicedienstleistungen anbieten können, halte ich für eine sehr nützliche, weil ressourcensparende Idee. Durch eine live-Unterstützung über ein Assistenzsystem könnten in der Landwirtschaft zeitaufwändige Reparaturen oder gar Maschinen-Ausfallzeiten vermieden werden. Die Bayerische Forschungsstiftung steht für strategisch wichtige, anwendungsnahe Forschungsförderung. Durch den raschen und flexiblen Einsatz von Fördermitteln werden Verbundprojekte mit hoher Wertschöpfung in Bayern effizient gefördert.“ Schwerpunkt der Tätigkeit der Forschungsstiftung ist die Förderung des Wissenstransfers zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, damit wissenschaftliche Erkenntnisse schnell durch die Wirtschaft genutzt werden können.

Der Stiftungsrat der Bayerischen Forschungsstiftung hatte in seiner Sitzung am 28. März 2017 unter anderem für dieses mobile cloudgestützte Assistenzsystem die Förderung bewilligt. Philipp Horsch, Geschäftsführer der Horsch GmbH, erläutert die wirtschaftlichen Ziele: „Oft sind es Kleinigkeiten wie z. B. eine falsche Maschineneinstellung, die dazu führen, dass unsere Maschinen im Feld nicht weiterarbeiten können oder nicht die optimale Leistung erreichen. Unsere Servicetechniker fahren dann meist lange Strecken für einen kleinen Einsatz und der Kunde verliert wertvolle Zeit. In der Nutzung von Videoübertragung und Augmented Reality sehen wir eine Riesenchance, viele Probleme im Feld zusammen mit unserem Kunden ohne Zeitverlust lösen zu können. Dies senkt die Kosten auf beiden Seiten und führt zu niedrigeren Stillstandzeiten, effizienterer Maschinennutzung und zufriedeneren Kunden.“

Mehrere Anwendungsfälle sollen untersucht und demonstriert werden. Es geht um Unterstützung des Fahrers einer Landmaschine mit Video-Diagnose durch Spezialisten, Unterstützung des Servicetechnikers durch Experten auf Basis von Augmented Reality und das onlinegestützte Training des Fahrers durch Ausbilder in der Zentrale des Maschinenherstellers. Die Forschungsziele liegen in der Softwarearchitektur, einer hochwertigen Erfahrung der Unterstützung, der Ausgestaltung der Mensch-Maschine-Schnittstelle und der Effizienzbetrachtung.

In dem Projekt arbeiten das Fraunhofer-Institut für Eingebettete Systeme und Kommunikationstechnik ESK (München), die InMach GmbH (Neu-Ulm), die Horsch GmbH (Schwandorf), die Holmer GmbH (Schierling), die Smart Mobile Labs GmbH (München), die Weptun GmbH (München) und die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (Freising) zusammen.